Fahrradhauptstadt Berlin – alles dreht sich


18.04.2016 Berlin
 
Das Frühjahr steht ganz im Zeichen des Fahrrades. Gerade erst fand am Wochenende 16.-17. April 2016 die große Verbraucher- und Publikumsmesse VELO in den Messehallen unter dem Funkturm statt. Der für Verkehr zuständige Senator für Stadtentwicklung, Andreas Geisel (SPD) eröffnete  am Samstagmorgen die bedeutende Fahrradschau. Präsentiert wurden die Neuheiten im gesamten Fahrradsegment. Aktuelle Vorträge und Werkstätten rundeten das Programm ab. Im Vordergrund standen dabei die Mobilitätsdebatten, Berlin als wachsende Fahrradstadt, Sicherheit und das Fahrrad als Tourismus- und Wirtschaftsfaktor allgemein.
 
Am heutigen Montag folgt der Fach- und Branchenkongress der Fahrradwirtschaft „Vivavelo“ in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen im historischen Diplomatenviertel im Tiergarten (bis 19. April). Das selbstbewusste Motto in diesem Jahr lautet: "Impulse setzen für: Mehr Fahrrad"! Straßen und Plätze, Verkehrswege im allgemeinen werden nicht mehr bloß als notwendige Infrastruktur, um von A nach B zu gelangen, begriffen, sondern in einen umfassenden Zusammenhang gestellt und als „Lebensraum Straße“ definiert. Das scheint naheliegend, wenn man bedenkt wie viel Zeit man tagtäglich in diesem Raum verbringt. Man könnte ergänzend auch von einem Begegnungs- und Kommunikationsraum sprechen. Damit einhergehend befasst sich der Kongress auch um die „Transformation der Straße“. Und schließlich hat man den ehemaligen Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) gewinnen können, das Thema Fahrrad zukunftweisend unter dem Thema „Mobilität - demographischer Wandel - gesellschaftliche Werte“ in ein größeres Ganzes zu stellen. Bei der Podiumsdiskussion treffen (Fahrrad-)Wirtschaft, Politik und Wissenschaft aufeinander. Der 1. Tag geht mit der feierlichen Verleihung des VSF Ethikpreises zu Ende. Am zweiten Kongresstag werden aktuelle Themen in den Sektionen „Zukunft E-Mobilität“, „Mehr Radverkehr – Neue Chancen“, „Markt im Wandel“ und „Test und Technik“ diskutiert.
 
Innerhalb weniger Jahre ist das Fahrrad aus einer – oftmals belächelten – Nischenlage in die Mitte der Gesellschaft angelangt und in der Diskussion um die Mobilität und die Verkehre der Zukunft nicht mehr wegzudenken. Das zeigt nicht zuletzt, dass der CDU Kreisverband Steglitz-Zehlendorf die Zwischennutzung der Trasse der ehemaligen Stammbahn zwischen Potsdam und Berlin als Fahrradschnellweg zwischen Düppel und Yorckstraße / Potsdamer Platz unterstützt. Ein weiterer Plan sieht eine Schnelltrasse unter dem Magistratsschirm der Hochbahn U1 in Kreuzberg vor, der von den Beamten aus der zuständigen Senatsverwaltung aber skeptisch bis ablehnend beurteilt wird.
 
Andererseits hat Berlin neben solch großtrabender Projekte aber noch viele eigene Hausaufgaben zu machen. Es macht sich gut sich schulterklopfend für die Ergänzung / Lückenschließung des Fernradweges Berlin-Usedom zu feiern. In unmittelbarer Umgebung in Moabit und Wedding – und bei weitem nicht nur da – verkommen Radverkehrswege und –anlagen; ist kein Geld für den Unterhalt da und die Infrastruktur verkommt.
 
Derweil verleiht Senator Geisel lieber öffentlichkeitswirksam die Auszeichnung „FahrradStadtBerlin“ (was soll diese Schreibweise?). Das ist schön für die Ausgezeichneten, mit denen Aktivitäten und Maßnahmen gewürdigt werden, die in besonderem Maße zur Förderung des Radfahrens beigetragen haben. Dieses Jahr waren dies Fahrradwerkstätten, die überwiegend mit Flüchtlingen arbeiten, und zwar die Fahrradwerksatt in der Notunterkunft Karlshorst (DRK), der Verein "Rückenwind – Fahrräder für Flüchtlinge",die  Fahrradwerkstätten im Hohenschönhausener Welseclub und in Marzahn und Fahrradwerkstatt "refugee bikes" in Reinickendorf.

Schön und gut, aber das entbindet Poltik und Verwaltung nicht von ihren Aufgaben und ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Infrastrukturpolitik (nicht nur im Bereich Fahrrad). Dennoch erkennt der BUND Berlin angesichts der Neuauflage seines Fahrradplanes und der ersten Radkarte für den Berliner Südwesten und Potsdam an, dass in der Vergangenheit „auch viele Maßnahmen umgesetzt worden [sind], die dem Radverkehr sehr nützen“, so Thilo Schütz, Stadtplaner und Radverkehrsexperte des BUND. Genannt werden die Radroute vom Zoo nach Lichterfelde und gelungene Umbauten im Bereich der Schlosstraße in Steglitz und der Karl-Marx-Straße in Neukölln, sopwie akutell in der Warschauer Straße im Friedrichshain.
 
Text: Dirk Braitschink
 



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